Tag 6: Sandspielplatz

Unser Grundstück gleicht jetzt einem riesigen Sandspielplatz. Der Mutterboden im Bereich des Gerätehauses, des Wohnhauses und der Einfahrt ist ausgehoben und mit Sand befüllt. Etwa 270m³ Mutterboden sind als Aushub angefallen, davon haben wir etwa 150m² direkt abtransportieren lassen. Der Rest ist erst einmal auf dem Grundstück verblieben, um später den Garten aufzufüllen und einen kleinen Wall anzulegen. Es bleibt aber sicherlich noch genug zum Verschenken  übrig ;-)

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Der Elektriker hat den Antrag für den Baustromzähler eingereicht, so dass der Baustromverteiler wohl auch diese Woche noch aufgestellt werden sollte. Für die Bauwasserversorgung haben wir uns einen großen Wassertank besorgt, den wir mit Grundwasser auffüllen werden; den dazu benötigten Brunnen will die Feuerwehr am Samstag spülen.

Jetzt bleibt zu Hoffen, dass sich die Temperaturen nicht ganz so extrem entwickeln, wie momentan prognostiziert. Sonst ist erst einmal Pause angesagt. Nachtrag: Nach Rücksprache mit Herrn Albers (Schrandt) passiert da temperaturbedingt diese Woche leider erst einmal nichts mehr.

Kalt
(Quelle: kachelmannwetter.com)

 

Tag 2: Erdarbeiten

Gestern hat die Firma Zweers mit den Erdarbeiten begonnen. Wir haben das erst erfahren, als Herr Albers von Schrandt nachmittags anrief, will es "ein Problem gibt". Der Mutterboden ist recht tief, und daher reicht der Platz auf dem Grundstück nicht, um den ganzen Aushub zu lagern:

Tiefes Loch im Boden

Ein ganz schön großes Loch, welches da gebaggert wurde. Ich habe heute nachgemessen, es sind bisher etwa 150m³, die ausgebaggert wurden und einen Berg von etwa 200m³ erheben. Weitere 50m³ sind noch im Boden!

Das meiste wird erst einmal auf dem Grundstück verbleiben, und den überschüssigen Teil können wir für einige Wochen auf dem Grundstück einer befreundeten Familie im selben Baugebiet zwischenlagern und schauen, was wir so loswerden.

Braucht jemand frischen Mutterboden?

 

Tag 0: Es tut sich was

Auf dem Grundstück tut sich nun endlich was: der Bereich, in welchem der Mutterboden abgetragen werden soll, ist nun abgesteckt.

Wenn das Wetter mitspielt, dann sollte es bald weitergehen.

Absteckung

 

Absteckung

 

Detailplanung: Heizungstechnik

Von einem Bekannten wurde ich gebeten, einmal ein paar Worte zur Heizung zu schreiben.

Es gibt heutzutage eine recht breite Auswahl an Heizungssystemen. Die Klassiker sind die modernen Öl- und Gasbrennwertthermen, die heutzutage sehr effizient sind, aber halt auf fossilen Brennstoffen basieren. Pelletheizungen gelten als sehr ökologisch, benötigen allerdings viel Lagerraum für die Holzpellets und stehen wegen der Feinstaubemissionen in der Kritik. Daneben gibt es verschiedene Arten von Wärmepumpen, die alle im Wesentlichen wie ein umgekehrter Kühlschrank funktionieren. Sie entziehen dem Medium (Luft oder Erde) Wärme, die sie ins Hausinnere transportieren. Dazu brauchen sie wie jeder Kühlschrank Strom, haben aber dennoch einen sehr hohen Wirkungsgrad, da sie mehr Energie "produzieren" als sie an Strom verbrauchen.

Zu Beginn unserer Planungen haben wir zu einer Luft-Wärme-Pumpe von Stiebel (LWZ 404 oder 504) tendiert, die uns praktisch jeder Bauunternehmer empfohlen hat (zwischenzeitlich habe ich gelernt, dass die 404 etwas veraltete Technik einsetzt und die 504 daher zu bevorzugen wäre). Diese Anlage saugt von außen Luft an, entzieht ihr die Wärme und gibt die abgekühlte Luft wieder ab. Die LWZ kommt daher ohne eine Außeneinheit aus, welche von den Nachbarn wegen ihrer Lautstärke vor allem nachts als störend empfunden werden kann.

Doch eine Luft-Wärme-Pumpe hat den Nachteil, dass sie von der Außentemperatur abhängig ist. Wenn es zu kalt wird – also genau dann, wenn die Heizung benötigt wird – reicht die aus der Umgebung gewonnene Wärme nicht mehr aus und es muss mit einem elektrischen Heizstab nachgeholfen werden. Dazu kommt, dass der Strompreis je kWh deutlich höher ist als etwa der Gaspreis. Zwar kann man mit einer Photovoltaik-Anlage den Stromverbrauch reduzieren, aber auch diese liefert die meiste Energie ausgerechnet dann, wenn die Heizung nicht benötigt wird. Dazu kommt, dass nicht nur die LWP selbst deutlich teurer als eine Gasbrennwerttherme ist (von einer Erdwärmepumpe ganz zu schweigen), sondern auch das Haus selbst für diese Technik anders ausgestattet werden muss. Aufgrund der geringeren Vorlauftemperatur können keine klassischen Radiator-Heizkörper eingesetzt werden, sondern es wird eine enger verlegte Fußbodenheizung in allen Räumen benötigt – weitere Mehrkosten im 4-stelligen Bereich.

Alles in allem hat eine Überschlagsrechnung für uns ergeben, dass sich die Mehrkosten für die LWP im Vergleich zu einer fossilen Heizung realistisch wohl erst nach 20 bis 30 Jahren amortisieren dürften. Und das auch nur, wenn die Heizung solange durchhält.

Daher haben wir uns am Ende für eine Gasbrennwerttherme entschieden, lassen aber die Fußbodenheizung trotzdem enger verlegen. So halten wir uns die Option für eine Wärmepumpe offen, wenn die Brennwerttherme das Ende ihrer Lebenszeit erreicht hat, und können dann die Gesamtkosten neu kalkulieren.

Dass die Gasbrennwerttherme deutlich weniger Platz als eine Luftwärmepumpe benötigt, hat uns die Entscheidung, den Keller aufzugeben, natürlich noch etwas leichter gemacht.

Jahresrückblick 2018

SüdansichtDas Jahr 2018 ist vorbei, und wir haben in diesem Jahr viel gelernt. Die wichtigste Lektion: Geduld!

Unsere Hoffnung am Jahresanfang, möglicherweise schon dieses Weihnachten im neuen Haus verbringen zu können, ist grandios geplatzt. Die erfahrenen Kollegen, welche diesen Plan für zu ambitioniert hielten, haben recht behalten ;-)

Bis in den Mai dauerte es, bis das gewählte Grundstück auch tatsächlich uns gehörte. Die Suche nach dem passenden Bauträger dauerte ebenfalls einige Monate. Das unerwartet negative Bodengutachten hat unseren geliebten Keller zunichte gemacht und eine teilweise Neuplanung erforderlich gemacht – die Mehrkosten für die "weiße Wanne" hätten das sowieso schon knappe Budget gesprengt. Urlaubs- und Krankheitsbedingt kam es dann im Sommer und im Herbst zu weiteren Verzögerungen, so dass sich der von uns erhoffte Baubeginn quasi Monat für Monat vor uns herschob.

Aber wir haben auch viel erreicht. Wir sind mit dem ausgewählten Grundstück sehr zufrieden. Der Grundriss ist kein Schnellschuss, sondern in jedem Detail lange und liebevoll geplant – vielen Dank noch mal an Frau Lünswilken für ihre unendliche Geduld mit unseren ständigen Änderungswünschen! Große Teile der Bemusterung sind bereits abgeschlossen, die Anträge an die Versorger gestellt, die Elektroplanung zu 95% fertiggestellt und auch die Küche ist unter Dach und Fach. Die Bauanzeige ist genehmigt und wir haben die für uns optimalen Finanzierungskonditionen herausgeholt.

Bei den Kindern sind bezüglich des Hausbaus leichte Ermüdungserscheinungen zu beobachten. Sie hatten sich das ganze wohl auch schneller vorgestellt :-) Bis jetzt machen sie aber noch gut mit.

Wie geht es weiter?

Wenn das Wetter mitspielt, dann rechnen wir mit der Erstellung des Fundaments im Januar. Danach sollte es dann relativ schnell vorran gehen. Etwas stressig wird die Zeit, wenn die Filigranbetondecke aufgelegt wird – dann muss ich mit meinem Elektriker auf die Baustelle und innerhalb von ein bis zwei Tagen Kabel verlegen und Kernbohrungen für Deckenspots erstellen. Abstimmungsbedarf besteht auch noch mit dem Fensterbauer, da wir einen besonderen Wunsch an unsere Haustür haben, mit dem Trockenbauer und mit dem Fliesenleger.

Hausmeisterei

Wir haben das Blog von einer manuell gepflegten Sammlung von HTML-Dateien auf ein Content-Management-System (Drupal) umgestellt, damit das Erstellen der Beiträge einfacher wird und auch vom Smartphone möglich ist. Deswegen haben wir jetzt auch noch einige Bilder ergänzt und hoffen, die Veröffentlichungsfrequenz in diesem Blog zu erhöhen.

Dezember: Wir können früher anfangen!

Der Dezember brachte für uns eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute: Da unsere Bauanzeige nach einer rekordverdächtig kurzen Zeit von nur zwei Tagen genehmigt wurde, rief uns Herr Albers von der Firma Schrandt an, um uns mitzuteilen, dass er deswegen unseren Zeitplan etwas vorziehen kann.

Doch da gibt es ein kleines Problem: die Klinker, für die wir uns im September entschieden haben, sind nicht in ausreichender Menge auf Lager, und die nächste Produktion findet erst im März 2019 statt. Wir haben also die Wahl, entweder unsere erste lieferbedingte Verzögerung zu akzeptieren, oder uns für einen anderen Klinker zu entscheiden und vermutlich sogar etwas früher anfangen zu könenn.

Da uns das Model Sylt im September fast genauso gut gefiel (und wir dieses im Gegensatz zu Bornholm auch an einem Referenzobjekt ansehen konnten) fiel uns die Entscheidung leicht.

Mit etwas Glück, und wenn das Wetter mitspielt, sollte es also im Januar losgehen.

Mehrspartenanschluss

Seit einigen Jahren verwenden auch die Stadtwerke Bramsche einen modernen Mehrspartenanschluss zur Hauseinführung, den wir vor Ort kaufen und mit Baubeginn dem Bauunternehmer zur Verfügung stellen, so dass dieser mit in die Bodenplatte eingegossen wird.

Wir hatten die Wahl zwischen einem runden Anschluss für 600 EUR, und einem rechteckigen für 800 EUR, bei dem die Anschlüsse in einer Reihe liegen. Letzteres sieht vor einer Wand etwas eleganter aus, aber wir ziehen in Erwägung, die Hausanschlüsse auf zwei benachbarte Wände zu verteilen. Ein runder Mehrspartenanschluss, der in die Raumecke eingelassen wird, ist dafür natürlich ideal.

Elektroinstallation

Zwischenzeitlich habe ich mich intensiv mit der Elektroinstallation des Hauses beschäftigt. Dieses Gewerk haben wir aus der Baubeschreibung entfernen lassen, da ich es zusammen mit einem befreundeten Elektriker als Smart Home auf KNX-Basis in Eigenleistung umsetzen möchte. Im Gegensatz zu anderen Gewerken kommt man bei der Elektrik ohne Meister nicht aus, aber viele Aufgaben kann ich natürlich als "Laie" auch selbst erledigen, etwa das Fräsen der Schlitze, die Verlegung der Kabel und natürlich die KNX-Planung und -Programmierung, die ich mir nicht nehmen lassen möchte.

Wir haben uns für die KNX-Installation ein vergleichsweise knappes Budget gesetzt, welches wir uns durch umso intensivere Vorplanung erkaufe. Dazu gehört insbesondere, zig verschiedene Hersteller und Komponenten miteinander zu vergleichen und die für unseren Bedarf günstigsten Varianten auszurechnen. Derzeit sieht es so aus, dass ich das geplante Budget einhalten oder zumindest nur knapp überschreiten werde - und wenn es klappt, dann hat die Anlage am Ende nur rund die Hälfte von dem gekostet, was mein Elektriker im Vorfeld geschätzt hat :-)

Im sogenannten Smart Home-Markt sind derzeit viele Hersteller unterwegs, bekannt sind zum Beispiel Homematic, Loxone oder Digitalstrom. KNX (früher als EIB - Europäischer Installations-Bus bekannt) ist einer der ältesten Standards und vor allem herstellerunabhängig. Es gilt allerdings auch als die mit Abstand teurerste Variante eine Hausautomation umzusetzen, da die etablieren Hersteller viel Geld für ihre KNX-Zertifizierten Produkte verlangen, und selbst die zur Programmierung benötigte Software ETS Professionel für bis zu 1000 Euro gekauft werden muss.

Doch in den letzten Jahren ist Bewegung in den Markt gekommen, einerseits durch die proprietären Wettbewerber, andererseits durch junge KNX-Neueinsteiger wie MDT und Interra/Yönnet, welche gute Produkte zu einen fairen Preis anbieten. Und auch die ETS muss nicht mehr zwangsweise in der Vollversion erworben werden, um eine KNX-Anlage selbst programmieren zu können. Einerseits bieten einige Hersteller wie Hager eigene Programme an (mit denen dann allerdings nur die eigenen Produkte programmiert werden können), andererseits hat auch die KNX Association inzwischen mit ETS Inside eine abgespeckte Version der ETS im Angebot, welche für die meisten privaten Installationen völlig ausreicht und mit 160 Euro ein vernünftiges Preisschild trägt (allerdings beschäftigt die KNX Association offenbar keine Useabillity-Experten, die Bedienung ist jedenfalls mehr als gewöhnungsbedürftig, vor allem, wenn man mit dem KNX-Konzepten nicht vertraut ist).

Wer sich für das Thema interessiert, dem empfehle ich das Buch Heimautomation mit KNX, DALI, 1-Wire und Co. von Stefan Heinle. Aber Vorsicht, wenn man sich mit dem Thema erst einmal beschäftigt, eröffnen sich viele Möglichkeiten, das Budget in die Höhe zu treiben!

November: Telekom und Abwasser

BauherrenbonusDa wir von Bekannten vor langen Bearbeitungszeiten gewarnt wurden, habe ich als erstes den Antrag bei der Telekom eingereicht. Dies geht bequem online, aber ein wichtiger Hinweis, den die Telekom leider verschweigt: will man den Bauherrenbonus in Höhe von 300 EUR in Anspruch nehmen, muss man schon bei der Antragsstellung Bescheid sagen, dass man einen der Magenta-Tarife (außer XL?!) dazubuchen will. Nachträglich gibt es den Bonus nicht mehr, da er von der normalen Auftragsannahme nicht gebucht werden kann. Das Bestellformular gibt darauf keinen Hinweis, dies kann man aber durch einen kurzen Telefonanruf erledigen.

Etwas irritiert hat mich, dass wir die benötigten Unterlagen an "Bauherren Kupfer" schicken sollten, obwohl ich fest mit einem Glasfaseranschluss gerechnet habe. Ein Mitarbeiter an der Hotline wollte dies recherchieren und rief mich dann auch tatsächlich einige Zeit später zurück: die Straße war im System der Telekom noch nicht verzeichnet, und Kupfer ist der Standard. Nach Abgleich des Bebauungsplan wurde mir dann bestätigt, dass wir einen Glasfaseranschluss erhalten. Dazu gab's dann aber noch einmal eine neue Auftragsnummer, die alte wurde storniert.

Ansonsten ist zwischenzeitlich mit der Schmutzwasserkanalisation die erste Erschließungsrechnung eingetroffen. Die Höhe der Kosten lagen im geplanten Bereich.

November: Der Bauvertrag

Nachdem wir die Finanzierung im Oktober unter Dach und Fach gebracht haben, wurde nun auch endlich den Bauvertrag unterschrieben.

Bauvertrag

Wir sind dazu nach Vrees gefahren, um mit Gert Schrandt den Vertrag durchzugehen und letzte Fragen zu klären. Da wir die meisten Details schon im Vorfeld mit Herrn Timper geklärt hatten, ging dies recht schnell. Wir hatten nur einige kleinere Fragen, die uns kompetent beantwortet wurden, und haben noch ein paar kleinere Last-Minute- Änderungen in den Vertrag aufgenommen.

Nun werden die Pläne finalisiert und die Bauanzeige (eine Art vereinfachtter Bauantrag, welcher in Neubaugebieten möglich ist) gestellt. Unsere Aufgabe wird es dann sein, die Anträge bei den Versorgern (Gas, Wasser, Strom und Telefon) zu stellen. Eine Besonderheit in unserem Baugebiet ist, dass die Wasserversorgung nicht durch die Stadtwerke, sondern durch den Wasserverband Bersenbrück erfolgt. Die Arbeiten werden aber durch die Stadtwerke koordiniert, so dass – wenn alles klappt – alle Versorger am selben Tag kommen sollten. Wir sind gespannt, wie gut das funktioniert.

Oktober: Finanzierung

Seit diesem Monat sind wir Finanzexperten. Jedenfalls fühlt es sich ein bisschen so an. Sollzins, Effektivzins, Annuitäten- und endfälliges Darlehen, Bausparvertrag... alles durchgerechnet.

Einer der schwierigsten Fragen steht ganz am Anfang: was gehört alles zu den Kosten, was davon kann überhaupt finanziert werden und was zählt als Eigenkapital? Dass die Küche in der Regel nicht vom Baufinanzierer übernommen wird, ist wohl allen Bauherren ziemlich schnell klar. Außenarbeiten sind ggfs. Verhandlungssache - und im Zweifel eine Stellschraube, um Eigenkapital und Finanzierungsbedarf in die eine wie in die andere Richtung anzupassen. Denn diese Kosten sind im Vorfeld sowieso kaum realistisch abzuschätzen bzw. bieten Raum zur nachträglichen Reduzierung, zum Beispiel in dem man sich dann doch für einem günstigeren Pflasterstein entscheidet oder die Fläche reduziert.

Überraschend war für uns, dass die Nebenkosten für den Grundstückserwerb, wie Notar und Steuern, nicht zum eingesetzten Eigenkapital hinzugerechnet werden, obwohl diese natürlich klar zu den Gesamtkosten gehören. Aus Sicht der Bank lassen sich diese Ausgaben im Fall der Fälle eben nicht wieder zu Geld machen. Sie fallen bei einem Verkauf des Hauses sogar erneut an.

KfW-Darlehen sind eine zwiespältige Sache. Das Hauptproblem aus unserer Sicht ist die relativ kurze Zinsbindung über 10 Jahre. Aufgrund der niedrigen Zinsen wollten wir uns diese so lange wie möglich sichern, also die Kredite nach dem Ende der Zinsbindung durch Bausparverträge ablösen. Bei der KfW hätte dies bedeutet, einen Bausparvertrag innerhalb von nur 10 Jahren bis zur Zuteilungsreife anzusparen, was jedoch zusammen mit der Tilgung der Kredite die von uns vorgesehene monatliche Belastung deutlich überschritten hätte.

Tilgungsrechner Entwurf

Wir haben für uns daher als individuelles Optimum aus Zinsbindung, Laufzeit und realistischer monatlicher Belastung eine 50/50-Kombination aus endfälligem Darlehen mit 15 Jahren Laufzeit, welches durch einen Bausparvertrag abgelöst wird, und einem Annuitätendarlehen gewählt. Letzteres soll ebenfalls durch einen Bausparvertrag abgelöst werden, der allerdings nicht verpflichtend ist. Sollten wir unsere Möglichkeiten überschätzt haben, können wir die Raten des zweiten Bausparvertrags reduzieren und müssen das Annuitätendarlehen ggfs. entweder verlängern, oder uns um eine Zwischenfinanzierung kümmern, bis der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Falls mehr Geld übrig ist als vorgesehen, können wir per Sondertilgung das Annuitätendarlehen reduzieren, so dass weniger Zinsen anfallen und wir in 15 Jahren dann mehr als dem Bausparvertrag heraus kriegen, als wir für die Ablösung des Kredites benötigen. Letztendlich erfordert jede Finanzierung aber eine höchst individuelle Kalkulation, da neben den Kosten und den Einnahmen auch die aktuellen Marktkonditionen eine ganz wesentliche Rolle spielen – bei höheren Zinsen wäre unsere Variante mit einem Bausparvertrag als Anschlussfinanzierung wohl deutlich ungünstiger gewesen.

Einige Empfehlungen:

  1. genau (!) ausrechnen, was benötigt wird und wie viel vorhanden ist. Mehr Eigenkapital (auch in Form von Eigenleistung) ist immer gut, aber realistisch bleiben. Nach unseren Erfahrungen rechnen die Banken in 5%-Schritten. Wenn man kurz vor einer solchen Schwelle ist, kann es sinnvoll sein, sich zum Beispiel von der Familie noch etwas Geld zu leihen und dafür dann weniger Zinsen zu bezahlen.
  2. nicht nur die Hausbank, sondern auch andere Finanzierungsdienstleister anfragen
  3. dabei immer bedenken: Der Bauherr ist der Kunde, nicht der Bittsteller. Über Konditionen kann verhandelt werden!
  4. Angebote, welche eine Riester-Förderung beinhalten, genau durchrechnen. Wenn dazu ein bestehender, besser verzinster Riestervertrag gekündigt werden muss, dann wird es sich kaum lohnen. Zumal im Fall des Verkaufs oder Vermietung hohe Steuernachzahlungen fällig werden können.
  5. Ruhig die Hilfe eines Finanzierungsberaters in Anspruch nehmen, das kostet normalerweise nichts, da er sein Geld über eine Vermittlungsprovision verdient. Er sollte natürlich unabhängig sein. Uns hat Eckard Klose aus Bad Essen sehr geholfen (aber viel Zeit mitbringen, die Gespräche können etwas abschweifen ;-) )

Nachdem wir uns für ein Angebot entschieden und den Anderen abgesagt haben, ist dann genau das passiert, wo vor uns Herr Klose im Vorfeld gewarnt hat:

Einer der Vertreter meldete sich bei uns mit der Nachricht, dass er uns nun ein noch viel besseres Angebot machen könne! Über 0,5% besser als sein vorheriges, und ca. 0,1% unter dem, welches wir gerade abgeschlossen hatten! Wir empfanden das Verhalten jedoch als extrem unseriös und haben dankend abgelehnt - zumal der Vertreter uns im Vorfeld auch unbedingt einen Riester-Bausparvertrag aufdrängen wollte, obwohl wir deutlich gemacht haben, dass dieser für uns sehr risikobehaftet wäre und wir ihn nicht haben wollen.

September: Finanzierungswochen

Ein kurzer Zwischenstand von der Front: nach dem die auf uns zukommenden Kosten nun halbwegs konkret sind, haben wir begonnen, einen Finanzierungspartner zu suchen. Wir sind derzeit in Kontakt mit einem unabhängigen Finanzierungsberater, unserer Hausbank und unserer Versicherung. Gerade der Finanzierungsberater hatte noch ein paar wichtige Hinweise für uns, so etwa, dass wir die Erschließungskosten der Straße von Anfang an in den Baunebenkosten, aber auch im Eigenkapital berücksichtigen sollen, auch wenn diese Kosten erst nach einigen Jahren anfallen werden. Denn sie gehören ja letztendlich zu den Baukosten mit dazu, können jedoch kein Teil der Finanzierung sein, da es bisher völlig unklar ist, wann genau sie fällig werden. Sie erhöhen jedoch die Eigenkapitalquote um mehrere Prozentpunkte und ermöglichen uns damit u.U. günstigere Konditionen.

Letztendlich kommt es uns darauf an, die monatliche Rate in einem realistischen Bereich zu halten und die günstigen Zinsen so lange wie möglich zu sichern. Gleichzeitig soll das ganze aber auch vor unserer Rente durch sein. Dies sind die drei Seiten des Dreiecks, in dem es nun gilt, einen vernünftigen Kompromiss zu finden.

Neben dem klassischen Bankdarlehen kommen für uns noch die KfW-Programme 124 (Wohneigentum) und 153 (energieeffizientes Bauen) in Betracht, wobei wir für letzteres einen Tilgungszuschuss von bis zu 5.000 EUR erhalten können; eine Förderung, die viele Bauunternehmen übrigens direkt mit in die Kostenkalkulation einberechnen, obwohl man dieses Geld nur dann in voller Höhe bekommt, wenn man das KfW-Darlehen auch zum maximalen Betrag von 100.000 EUR in Anspruch nimmt – was aber nicht immer sinnvoll ist. Die KfW-Programme bieten allerdings nur eine Zinsbindung von 10 Jahren an. Theoretisch ließe sich durch einen Bausparvertrag mit einer Ansparzeit von 10 Jahren die Anschlussfinanzierung zinssicher absichern - dies bedeutet aber wiederum eine höhere monatliche Belastung in den ersten 10 Jahren, da neben dem Bankdarlehen und dem KfW-Darlehen auch noch der Bausparvertrag bespart werden muss.

Ich habe mir einen Tilgungsrechner in LibreOffice gebastelt, mit dem ich die verschiedenen Varianten annähernd korrekt durchrechnen kann. Dies ist sehr hilfreich, da es den Vergleich der verschiedenen Angebote erleichtert. Auf Nachfrage sende ich den Rechner gerne mit entsprechenden Erläuterungen zu.

Nebenbei hat uns die Firma ABC Klinker heute eine Mustertafel der Serie Bornholm vorbei gebracht, was für uns sehr hilfreich ist, da es bisher wohl noch kein Referenzobjekt mit diesem Klinker gibt und wir sie daher nur aus dem Internet kannten.

Klinker Bornholm Dänisch Kohlebrandt

Ach ja, und wir haben uns für eine Küche bei der Firma Hardeck entschieden – dazu später mehr.